Salinen von Trapani (175 km) / Marsala ( 205 km)
Anfahrt: Auf der A 20 Richtung Palermo, dann weiter auf der A 29 nach Trapani; nach Marsala an der Abzweigung abbiegen und weiter auf der SS 115 Richtung Süden
Die Salinen von Trapani, südlich der Stadt in Richtung Marsala gelegen und mittlerweile unter staatlichem Schutz stehend, sind in jedem Fall ein lohnenswertes Ziel, für Vogelfreunde und Fotografen sind sie ein Muss - selbst wenn sie wirtschaftlich heute bedeutungslos sind. Erstmals urkundlich erwähnt werden sie von arabischen Geografen im 12. Jahhrundert, doch mag die Salzgewinnung an der Westküste Siziliens schon einige Jahrhunderte länger dauern. Nur durch Verdunstung und ohne technische Hilfe wurde und wird das Salz gewonnen, das im Mittelalter Quelle des Reichtums der Stadt war.
Dass das 1000 Hektar große Gebiet seit 1991 unter Naturschutz steht, ist vor allem der bunten Vogelwelt zu verdanken, die das Salinengebiet zu ihrem Lebensraum erkoren hat und zusammen mit den Windmühlen der Gegend immer wieder für besonders schöne Augen- und Anblicke sorgt.
Etwas weiter südlich an der deutlich arabisch geprägten Westküste Siziliens befindet sich Marsala, berühmt geworden durch seinen Wein, dessen Herstellungsverfahren im 18. Jahrhundert mit englischer Hilfe den Weg auf die Insel fand. Die große Firma Florio, nahe am Hafen Marsalas am Lungomare gelegen und kaum zu verfehlen, rühmt sich heute noch, "echte" Erbin und wahre Nachfolgerin des allerersten Marsala-Winzers zu sein - auch wenn sich heute schon längst kein einziger Weinstock der Gegend mehr in Familien-, sondern ausschließlich in internationalem Konzernbesitz befindet. In der Stadt existieren mittlerweile diverse Keltereien, die Führungen, Probierrunden und Direkteinkauf anbieten.
Von den Phöniziern im 4. Jahrhundert vor Christi gegründet, von den Arabern "Marsa Allah", Hafen Allahs genannt, hat Marsala noch eine andere geschichtsrelevante Seite: Hier landete am 11. Mai 1860
Giuseppe Garibaldi mit seinen Truppen, was den Sizilianern in der Folge den Anschluss an das Vereinte Königreich Italien bescherte und die verhassten Bourbonen endgültig vertrieb.
Sehenswert ist neben den Destillerien aber auch die Innenstadt Marsalas selbst: Schmuck restauriert, verführt sie zum Bummeln und beherbergt mit dem Dom ein wirklich imposantes Bauwerk, das erst im 18. Jahrhundert sein in dieser Gegend überraschendes Barockkleid verpasst bekam.